Von Bühnenbildern, Requisiten und anderen Kleinigkeiten

Ein kurzer Blick hinter die Kulissen von Klaus Vonnieda

1977:
Die alte Bühnenkonstruktion aus den 50er Jahren (Holzrahmen und bemalte Leinwandkulisse, zweiseitig verwendbar: Bauernstube und Wald) wird reaktiviert. Spielfläche ca. 3 X 4 m. Zwei Aufführungen. Die Werbung beschränkt sich auf handgeschriebene Plakate.

1978:
Erste Gehversuche im Bereich Kulissenbau: 2 Seitenteile verbreitern die Spielfläche um ca. 1,5 m. Zur individuelleren Bühnengestaltung werden die Kulissen zunächst einseitig mit Hartfaserplatten beplankt.

1979:
Die gemalte Walddekoration hat ihren letzten Auftritt. Erstmals kommt Tapete zum Einsatz. Sie hält 3 Jahre.

1981:
Die erste Türkulisse mit „richtiger“ Tür wird gebaut. Das berühmte Vertiko startet seine Karriere. Mit Paul Rummels Kamera entsteht die erste Videoaufzeichnung.

1982:
Erster Einsatz professioneller Kostüme (Kostüm-Verleih Heeß, Worms)

1983:
Erste gedruckte Plakate kommen zum Aushang. Jackie Sartelet, „Trödler der Pfalz“ versorgt uns kostenfrei mit antiken Möbeln. Eine Symbiose, die 5 Jahre funktioniert.

1984:
Die spanische Wand entsteht. Nicht wegen ihrer „Genialität“ sei sie hier erwähnt, sondern weil sie als bisher einziges „Bau“-Teil von unserer Kreativität verschont und in ihrer ursprünglichen Form und Farbe erhalten geblieben ist. (Sie verdeckt alljährlich den Beleuchter.) Eigene Kostümschneiderei beginnt, daraus entsteht ein Fundus, der sich im Laufe der Zeit immer mehr ausdehnt und inzwischen ein ernstes Platzproblem darstellt.

1985:
Der alte Holz-Bühnenrahmen wird durch einen Metallrahmen ersetzt. Vorteil: Schneller Aufbau, mehr Flexibilität bei der Bühnengestaltung.

1986:
Die wohl wichtigste Errungenschaft - die Vorbühne - wird gebaut. Durch sie wird die freie Spielfläche nahezu verdoppelt. Zwei ausgediente 1000W-Flutlicht-Scheinwerfer müssen den erhöhten Lichtbedarf provisorisch decken.

1987:
Erstmals ist das Bühnenbild zweigeteilt. Anschaffung erster eigener Möbel.

1988:
Anschaffung einer vernünftigen Beleuchtungsanlage. Kosten ca. 3500,- DM, für damalige Verhältnisse fast unverantwortlich viel Geld. Kartenvorverkauf wird eingeführt (im Laden von Waltraud Schäfer). Die Programmhefte sind zugleich Eintrittskarten.

1989:
Der Elektroschrauber hält Einzug beim Bühnenumbau. Ein ab diesem Zeitpunkt nicht mehr wegzudenkendes Werkzeug. Herrmann Schwartz übernimmt den Vorverkauf.

1990:
Das bis dahin aufwendigste Bühnenbild entsteht: Zwei komplette Dekorationen, zweimal Totalumbau in den Pausen. Über hundert Meter Holzzierleisten werden verarbeitet, feinste Samttapete hängt an den Kulissen. Das berühmt-berüchtigte Drehbett macht uns bis kurz vor der Premiere ernsthaft zu schaffen, funktioniert aber dann bis zur letzten Aufführung. Erst beim buchstäblich letzten Dreher kommt es zum Crash, aber da ist der Vorhang schon zu.

1991:
Das komplette Mobiliar für diese Produktion muss angeschafft werden, kann aber hinterher rückstandslos wieder verhökert werden.

1992:
Holzmalerei mit historischer Technik (Bierlasur) wird erstmals verwendet.

1993:
Mit „Wenn schon, denn schon“ kommt nicht nur auf der Bühne das bisher wohl turbulenteste Stück zur Aufführung. Auch hinter der Dekoration war noch nie soviel Präzision gefragt, wie bei dieser Produktion. Zusätzlich ist die fast ständige Präsenz „nackten Fleisches“ hinter der Bühne der Konzentration der Akteure nicht gerade förderlich, so dass zeitweise ernsthaft mit Fehlauftritten gerechnet werden muss.

1994:
Einsatz des ersten unsichtbaren Schauspielers: Der weiße Hase.

1995:
Einsatz der ersten Marionette: Der Papagei. Er wird über Umlenkrollen von hinten bewegt und funktioniert tadellos bis auf eine Vorstellung: Da reißt sein Haltefaden, der ihn am Käfig fixiert und es haut ihn von der Stange. Unfreiwillige Komik.

1996:
Ein professionelles Podest im hinteren Teil des Zuschauerraumes ersetzt das Provisorium aus Holz-Paletten und erhöht nicht nur den Saal, sondern auch den Komfort fürs Publikum um zwei Stufen. Ein professionelleres Äußeres bekommt fortan auch das Programmheft.

1997:
Erste funktionsfähige „Unterputzinstallation“ auf der Bühne.

1998:
Haarteile in vernünftiger Qualität sind teuer. Für „Halb auf dem Baum“ werden gleich sieben davon benötigt. Die bisher größte Investition im Bereich Maske.

1999:
Wer immer der Meinung war, die geringe Bühnenhöhe von knapp Zweiachzig lasse den Einsatz einer Treppe nicht zu, wird in diesem Jahr eines besseren belehrt.

2000:
Die alten (knarrenden) Bretter, die die Welt bedeuten, müssen einem neuen Plattenboden weichen. Der Vorverkauf wird von Quelle und Postagentur Klein übernommen. Beitritt zum Landesverband der Amateurtheater sowie zum Bund deutscher Amateurtheater.

2001:
Die Bühnentechnik wird komplett überarbeitet: Der über die Jahre immer wieder unseren Bedürfnissen angepasste Metallrahmen fällt weg; ebenso die alten Kulissen. Die neuen sind in kürzerer Zeit völlig variabel aufzubauen und nutzen die gesamte Bühnenhöhe aus.

Einziger ständiger Begleiter seit 25 Jahren: Die Klingel der Souffleuse.

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